Alle Jahre wieder kommt das Christuskind... Hier heißt es natürlich Weihnachtsmann, im Original Santa Claus, kurz Santa oder "Ssääanna", wie man es im breitesten Amerikanisch ausspricht. (Ich kann das nicht, aber die Jungs – oh boy!)
Santa verfolgt uns schon seit Wochen. Im YMCA Princeton wurde jedes Kita-Kind auf
seinem Schoß fotografiert – ob es wollte oder nicht. Die Veranstaltung "Swimming With Santa" im örtlichen Hallenbad hätten wir nicht mal mitmachen können, wenn wir gewollt hätten – sie war gleich ausgebucht. Und bei unserer letzten Fahrt nach New York waren wir kaum aus dem Untergrundbahnhof Penn Station aufgetaucht, da kamen uns auf der 7th Avenue hunderte Weihnachtsmänner und -frauen entgegen. Sogar lebende Weihnachtsbäume waren dabei, prächtig geschmückt und mit Leuchtsternen auf der Kopfspitze. Alle laut singend und "Ho Ho Ho"-rufend und bestens gelaunt.Aber das waren natürlich alles Imitate. Wo der richtige Santa Claus gerade ist, weiß NORAD, das Nordamerikanische Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando. Von seinem Hauptquartier in Colorado aus ist das Kommando dem Weihnachtsmann stets auf der Spur - sogar auf Deutsch. (Als ich zuletzt geguckt habe, war er gerade in Perth, Australien, und sein nächster Halt sollte die Weihnachtsinsel sein.) Und wo Amerikas Santa Claus herkommt, ist für historisch Interessierte hier nachzulesen – am Nordpol des World Wide Web.

Eine herbe Enttäuschung war dagegen Santas Website www.claus.com. Dort sollte man angeblich seine "naughty and nice rate" testen können – sprich: herausfinden, ob man mehr oder weniger brav war und überhaupt eine Chance hat, dass der Weihnachtsmann zu einem nach Hause kommt. Und dann, wenn man ganz erwartungsvoll klickt – kommt die Auskunft: "This website is currently undergoing scheduled maintenance. Please come back soon." Wie bitte? Wartungsarbeiten am Heiligabend?! Ja, was hilft mir denn meine Artigkeitsrate zu Sylvester?!
Da verlassen wir uns lieber auf unseren echten Santa Claus. Wir sind fest davon überzeugt, dass er es ist – auch wenn er sich mit einer Uniform der US-Post tarnt, seinen verräterischen weißen Bart abrasiert hat und den Decknamen Brian benutzt. Aber er bringt uns alle unsere Weihnachstkarten und Päckchen. Er ist der netteste Mensch, den man sich überhaupt vorstellen kann. Er hat niemals schlechte Laune, selbst wenn es hagelt und stürmt und der Motor seines Postautos zum fünften Mal innerhalb eines Monats streikt. Und das allerbeste ist: Er kommt das ganze Jahr.
Hier ist er also: Brian, the mailman – der euch alle herzlich grüßen lässt, "Merry Christmas and a Happy New Year" wünscht...

...was ich hiermit auch tue, zu gut Deutsch: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
(Princeton Post XXX)
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