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Scarletts Mom konnte sich später nicht mehr genau erinnern, ob sich Scarlett (4) oder Mom (40) zuerst in diesen "fabulous birthday cake" verguckt hatte. 
Er war sehr süß, sehr pink & purple (auch die Cremefüllung).
Wer mag da noch an Barbies teutonische Vergangenheit denken? Allenfalls ein Spielverderber vom öffentlichen Radiosender Studio 360, der sich in der Serie "American Icons" fragt:
"How did a German streetwalker become the All-American girl?"
Mo-ment! Unsere Bild-Lilli eine Bordsteinschwalbe?!
Aber so ist der Amerikaner. Kupfert erst die deutsche Puppe ab, tauft sie notdürftig in Barbie um, sichert sich das Produktionsmonopol und scheffelt Millionen damit – und dann diskreditiert er das schöne Vorbild schlicht als "sexy novelty item sold to German men".
Also – dass die Bild-Lilli-Puppe nicht übermäßig zum sex toy taugt, sieht doch jeder. Zu klein, und noch härteres Plastik als Barbie.
Trotzdem hat der amerikanische Rundfunk-Mensch nicht ganz unrecht, wenn er behauptet, die Bild-Lilli habe man zuerst an deutsche Männer verkauft (und nicht an kleine Mädchen): Das Vorbild des Barbie-Vorbilds nämlich, die zweidimensionale Bild-Lilli aus der Bild-Zeitung der 50er Jahre, würde man in den USA noch heute garantiert als jugendgefährdend einstufen. So haben die Amerikaner eben nur die kleine Puppe in ihre Gewalt gebracht und die große Comic-Blondine verschmäht.
Im deutschen Wirtschaftswunderland war aber gerade die ein Bombenerfolg. Je kesser, desto besser – z.B. "Lilli zu einem Polizisten am Strand: 'Zweiteilige Badeanzüge sind verboten? Na gut, welchen Teil soll ich ausziehen?'"
Deutscher Herrenwitz vs. All-American Barbie Tart. Take your pick!

Da ist sie wieder, unsere iglubauende, im Januar schneeverschüttete Pflanzkelle!
66 Grad Fahrenheit und 19 Grad Celsius zeigte das transatlantische Thermometer am Küchenfenster heute nachmittag. Ein Kurzfrühling, bevor es Anfang nächster Woche wieder schneeregnet.
Ebenfalls wieder aufgetaucht: Hot Pants, Spaghettiträgertops, Flipflops, zahlreich zu bewundern auf Princetons Flaniermeilen und Campuswegen. (Der gestählte männliche Amerikaner trägt ohnehin das ganze Jahr lang Shorts und Sandalen ohne Socken. Besonders dann, wenn er aus Wisconsin stammt.)
Vereinzelt schon zu sehen: Barfussläufer. Das ist der neueste Trend fürs Joggen, seit eine Studie in Nature vor rund einem Jahr das Rennen ohne Schuhe für tendentiell gesünder erklärt hat. Vergesst durchgefederte Sneakers, Gelsohlen und Luftkissenkonstruktionen – die Füße wollen Erdung! Hat man Angst vor/genug von Glassplittern in den Fußsohlen oder Streusalz-Verätzungen zwischen den Zehen, steht schon die Sportschuhindustrie mit neuen Designs bereit: Vibrams "FiveFingers" zum Beispiel – blau für Jungs, pink für Mädels. Oder schwarz-grau für die harten Kerle.
Zum Glück kann ich ja davon ausgehen, dass früher oder später eine neue, bahnbrechende Studie meine guten alten Joggingschuhe wieder zur sine qua non allen gesunden Laufens erklären wird. Das ist beinahe so sicher, wie der richtige Frühling irgendwann doch wieder den Winter ablösen wird...

Heike ist aus Deutschland zu Besuch und findet, wir seien hier alle regelrecht besessen vom Wetter. So viel wie hier über Hochwasser und Schneestürme, kanadische Kaltfronten und Eisregen geredet wird – das ist sogar der leidgeprüften Berlinerin (Stichwort S-Bahn im Winter) zu viel. Wobei man sagen muss, dass ich sie schon nicht vom Flughafen abholen konnte, weil das Auto nach dem letzten Blizzard noch in der Garage eingeschneit war.
Aber es ist schon wahr: Früher pflegte der gutbürgerliche Familienvater beim Frühstück die wichtigsten Weltnachrichten aus der Zeitung vorzulesen. Bei uns ist das so, dass der Frühaufsteher, der die Zeitung in der Einfahrt aufsammelt – zufällig identisch mit dem Familienvater – morgens den Wetterbericht vorliest. (Ich persönlich finde ja, dass die "Metropolitan Forecast" der New York Times mit unserem lokalen Wetter in Central New Jersey wenig gemein hat und zudem bereits veraltet ist; schaue also lieber selbst bei wunderground.com nochmal postleitzahlengenau und in Echtzeit nach.)
Die Dauerrede über das Wetter liegt natürlich auch daran, dass man hier zumindest "in polite company" nicht über Politik, Religion oder andere Themen mit Konfliktpotential sprechen darf. (Obwohl Heike gestern live mitgehört hat, was mir in fast fünf Jahren nicht vergönnt war/erspart geblieben ist: eine politische Diskussion beim Friseur.)
Man darf aber auch die Macht der tatsächlichen Verhältnisse nicht unterschätzen: Wer jeden Tag damit rechnen muss, dass die Schule anderthalb Stunden später anfängt oder gleich ganz ausfällt, dass der öffentliche Nahverkehr zusammenbricht und der Autoverkehr gleich hinterher – der guckt halt mindestens einmal am Tag auf die Wetterkarte. (Alteingesessene wählen gleich den Live-Radar an und wissen auf einen Blick, ob sie noch losfahren können oder lieber gleich daheim bleiben. Denn wer möchte schon so im Schnee steckenbleiben!?)
Unter dem Strich ist das Wetter hier einfach spannender. Mehr Drama, mehr Action. Gut, Chicago hat da vielleicht noch mehr zu bieten. Aber für den an Gemäßigtes gewöhnten Mitteleuropäer reicht es auch im Nordosten – jedenfalls in diesem Jahr! Zum Beispiel eben: Blizzard und Eissturm in einer einzigen Woche, siehe unten.
(Und was sagt Heike jetzt? Dass es in Berlin, wenn sie am Sonntag dort wieder einfliegt, 15 Grad Celsius warm sein soll, geradezu frühlingshaft. Das hat sie gerade nachgeschaut, bei wunderground.com...)
















